Allergologische Testverfahren

Allergologische Testverfahren

Prick-Test

Der Prick–Test wird zur Diagnostik der Pollenallergie, sowie bei Schimmelpilz-, Tierhaar- und Milbenallergie eingesetzt. Er kann ab dem 6. Lebensjahr durchgeführt werden. Es wird an der Haut beider Unterarme getestet. Hierfür werden die Allergenextrakte an der Beugeseite der Unterarme aufgetragen. Mit einer speziellen Pricktestlanzette wird die Haut im Bereich des Tropfens angeritzt. Nach 20 Minuten kann die Reaktion abgelesen werden. Mit Nummer 1 wird eine Leertestung mit Kochsalzlösung durchgeführt, hier wird keine Reaktion erwartet, mit der Nummer 2 wird mit Histamin getestet, das ist unsere Referenzquaddel, an der die übrigen Allergenreaktionen gemessen werden.

Anhand der Reaktionen, Quaddeln in verschiedener Ausprägung können wir eine Aussage über Allergieauslöser machen und mögliche Kreuzallergien mit Lebensmitteln ermitteln.


Reibe-Test und Scratch-Test

Der Reibe– und der Scratchtest werden meist zur Diagnostik von möglichen Allergenen eingesetzt, die der Patient mitbringt und die als allergologische Testsubstanz nicht zu Verfügung stehen. Es wird an der Beugeseite des Unterarms getestet. Die Substanz (Pflanze etc.) wird mit sanftem Druck auf der Haut gerieben (Reibetest) und diese dann beim Scratch-Test noch mit einer Pricktestnadel eingeritzt. Anhand der Reaktionen können wir eine Aussage über die allergische Empfindlichkeit gegenüber dieser Substanz machen.


Epikutantest

Der Epikutantest dient zur Diagnostik der Kontakt-Allergien (Ekzeme) und wird auf dem Rücken durchgeführt. Es können Salben, Duftstoffe, Waschmittel, Metalle, Hölzer, verschiedene Chemikalien (verdünnt), Zahnersatz- und Füllstoffe sowie verschiedene Stoffe aus dem häuslichen und beruflichen Umfeld getestet werden.

Die Substanzen werden in speziellen Pflasterkammern auf dem Rücken aufgetragen und beschriftet. Nach 48 Stunden werden die Pflaster abgenommen und das erste Mal die Reaktionen abgelesen. Nach weiteren 24 Stunden wird nach der Spätreaktion gesehen. Der Test dauert insgesamt 3 Tage und kann daher nur montags und dienstags angelegt werden, um vor dem Wochenende abgeschlossen zu sein.

Anhand der Reaktionen können wir eine Aussage über allergische und toxisch-irritative (giftig-reizende) Reaktionen machen. Anhand des ausgestellten Allergiepasses und der darin enthaltenen Einlegebögen, kann der Patient ersehen, in welchen Substanzen der positiv getestete Wirkstoff enthalten sein kann.


Nasaler Provokationstest

Der Test wird meist zur Kontrolle bei geklagten Reaktionen auf ein Allergen (meist Pollen, Tierhaare oder Milbe) jedoch negativ ausgefallenem Pricktest durchgeführt. Hierbei wird die zu testende Substanz als Spray oder mit einem Watteträger in ein Nasenloch eingebracht. Es wird die Reaktion wie Fließschnupfen, Niesen und Schwellung beurteilt.

 


Intrakutantest

Dieser Test wird zur Diagnostik der Lebensmittelallergien und ggf. von Medikamenten- und Insektengiftallergien durchgeführt.

Dieser Test steht am Ende der allergologischen Testungen, da dieser Test eingreifender ist und am ehesten mit allergischen Allgemeinreaktionen zu rechnen ist. Hier wird die Testsubstanz mit einer feinen Nadel vom Arzt in die Haut eingespritzt. Wie beim Pricktest gibt es eine Leertestung mit Kochsalzlösung (Nummer 1) und eine Positivtestung mit Histamin (Nummer 2). Nach 20 Minuten wird der Test vom Arzt abgelesen. Anhand der Reaktionen kann eine Aussage zu Nahrungsmittelallergien und dem erforderlichen Umgang mit diesen Nahrungsmitteln (Kochen, Reiben, Trocknen etc.) gemacht werden.


RAST-Test

Dieser Test ist kein allgemeiner Suchtest, er ist ein hochspezifischer und teurer Antigen-Antikörpertest, dessen Kosten die Krankenkasse nur im besonders begründeten Fall übernimmt. Hier können in Ihrer Blutprobe im Speziallabor mittels Zugabe eines Allergens Aussagen über das Vorhandensein und der Intensität einer Allergie auf eine spezielle Substanz getroffen werden.

Dieser Test wird bei hochallergischen Patienten, bei Kleinkindern, bei Verdacht auf Insektengiftallergien und Medikamentenallergien sowie ganz speziellen Allergien, die anders nicht zu testen sind, durchgeführt. Vor einer Hyposensibilisierung (Gewöhnungsbehandlung) wird dieser Test zur Sicherung der Diagnose ebenfalls durchgeführt.

Die Testauswertung dauert 1 Woche.

 

Alle genannten Allergie-Tests werden bei entsprechender Krankheitssymptomatik von der Krankenkasse erstattet. Wir empfehlen Ihnen diese Testungen aber auch als Allergie-Check als individuelle Gesundheitsleistung zur vorsorglichen Untersuchung zum allgemeinen Allergieausschluss oder bei Fragen von Verträglichkeit von Kosmetika, Zahnersatzmaterialien, Metallen (Schmuck) und Tierhaaren vor der Anschaffung eines Haustieres an.