Behandlung allergischer Erkrankungen

Behandlung allergischer Erkrankungen

Schutz und Vermeidung

Die Behandlung allergischer Erkrankungen sollte so früh wie möglich einsetzen und beginnt bereits mit der eingehenden Aufklärung über Vermeidungsstrategien und Schutzmöglichkeiten in Alltag, Sport und Beruf. Auf die Beratung und Aufklärung unserer Patienten legen wir besonderen Wert.

Der Patient wird vor den Testungen eingehend befragt und körperlich untersucht, um andere mögliche Erkrankungen auszuschließen. Er wird informiert, welche Testungen und in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind. Wenn die Diagnose und die Ursache feststeht oder eingegrenzt ist, wird das Ergebnis in seinen Auswirkungen auf den Patienten mit ihm erörtert. Oft reichen zunächst Vermeidungsstrategien und Schutzmaßnahmen eventuell in Verbindung mit lokal wirksamen Antiallergika (Allergie hemmende Medikamente) aus. Wichtig ist, dass überhaupt adäquat therapiert wird, um eine Verschlimmerung der Erkrankung zu vermeiden.

An medikamentösen Therapiemöglichkeiten kommen ganz individuell und abhängig von der Symptomatik örtlich wirksame Antiallergika wie Nasensprays, Augentropfen und Inhalationsmedikamente in Betracht. Oder es werden bei Hautreaktionen spezielle Hautcremes erforderlich.

Manchmal müssen in der Pollenflugzeit oder im Rahmen einer akuten Allergie antiallergische Tabletten eingenommen werden.

 


Hyposensibilisierungs-(Gewöhnungs-)behandlung

Wenn die allergischen Symptome im Jahr mehr als 3 Wochen anhalten und/oder mit antiallergischen Tabletten nicht ausreichend behandelbar sind oder das Risiko eines Etagenwechsels (vom Augen/Nasen/Rachen-Bereich auf die Bronchien) besteht, ist eine Hyposensibilisierung (Gewöhnungsbehandlung) angezeigt. Dies ist derzeit die einzige Möglichkeit die allergische Reaktion ganz aufzuheben oder doch deutlich zu verringern. Diese Therapie wird auch SIT = Spezifische Immuntherapie genannt.

Bei einer Insektengiftallergie muss ab einem bestimmten Schweregrad immer eine Hyposensibilisierung erfolgen.

Bei der Hyposensibilisierung wird ein individueller medikamentöser Wirkstoff (ähnlich einem Impfstoff) von entsprechenden Herstellern aus den Stoffen, gegen die bei Ihnen eine Allergie nachgewiesen ist, nach unseren Angaben angefertigt. Dieser Vorgang dauert 3-4 Wochen. Man beginnt bei den Pollenallergien immer nach der Blühsaison mit der Behandlung.

Am Tag der Hyposensibilisierung muss der Patient körperlich und seelisch gesund sein, nach entsprechendem Gespräch mit dem Arzt wird von ihm eine bestimmte Menge des Allergen-Impfstoffes unter die Haut des Oberarms gespritzt. Es ist unbedingt erforderlich nach der Injektion noch 30 Minuten in der Praxis zu bleiben, damit wir mögliche akute Nebenwirkungen sofort behandeln können. Danach können noch leichte lokale Reaktionen auftreten, die der Patient nach entsprechender Aufklärung auch zu Hause behandeln kann.

Die Hyposensibilisierung wird in aufsteigender individueller Dosierung 1 x wöchentlich vom Arzt durchgeführt. In der Regel brauchen wir 16-20 Wochen bis zur Höchstdosis, die danach nur noch 1x monatlich verabreicht wird. Die Therapiedauer beträgt in der Regel 3 Jahre.

Wichtig bei der Hyposensibilisierung ist wie bei allen medizinischen Behandlungen die Zusammenarbeit zwischen Arzt, Patient und Praxisteam, um möglichst störungsfrei ein gutes Ergebnis zu erzielen.

 


Behandlung des allergischen Notfalls

Unsere Praxis ist zur Behandlung allergischer Notfälle ausgerüstet.

Durch unvorhergesehenen Kontakt mit der Substanz, auf die der Patient allergisch ist (z. B. Insektenstich, Essen oder Trinken von allergenen Substanzen), aber auch sehr selten bei der Allergietestung oder bei der Allergiebehandlung durch Hyposensibilisierung, kann eine allgemeine allergische Reaktion mit allgemeiner Hautrötung, mit Schwellung der Atemwege bis hin zum Schockzustand eintreten. Wir behandeln diese Reaktion mit intravenösen Infusionen, Gabe von Allergie hemmenden und Kreislauf stützenden Medikamenten. In einigen Fällen müssen wir bei solchen Reaktionen den Patienten zur Weiterbehandlung oder Beobachtung sicherheitshalber in die Klinik verlegen.